Veranstaltungen

„Erzählgemeinschaften“ unterwegs - Teamkongress in Paderborn

Paderborn (pdp/pi). Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den zehn Pastoralen Räumen, die sich im Jahr 2014 auf den Weg gemacht haben, sind am Donnerstag in der Paderborner Bildungsstätte Liborianum zu einem Teamkongress zusammen gekommen. Die Priester, Diakone und Gemeindereferentinnen und -referenten nutzten den Tag zu einer geistlichen Vergewisserung auf ihrem Weg zum Pastoralen Raum. An der Veranstaltung, die unter der Überschrift „Auf den Weg gebracht“ stand, nahmen auch Gemeindeberaterinnen und -berater teil, die die Pastoralteams während des Prozesses begleiten. Prälat Thomas Dornseifer, Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat, hieß die 120 Frauen und Männer zu Beginn herzlich willkommen.

In Zweiergruppen machten sich die Teilnehmer zu Beginn des Tages auf den Weg durch die Paderborner Innenstadt. In einer „Erzählgemeinschaft“ tauschten sie sich darüber aus, was sie an Person und Botschaft des Jesus von Nazareth begeistert habe und mit welcher Faszination sie in seine Nachfolge eingetreten seien. Außerdem stellten sie sich die Frage, was sie heute für ihren Dienst motiviere und mit welchen Fragen sie sich gegenwärtig beschäftigten.

Als Referent war Monsignore Dr. Wilhelm Tolksdorf, langjähriger Leiter des Dezernates Pastoral im Bistum Essen, zu der Veranstaltung eingeladen. In einem Impulsvortrag machte er zunächst eine „Grundkrankheit“ aus, die das Miteinander der Pastoralteams vielfach präge: „Es wird zu wenig geredet. Wir wissen zu wenig voneinander“, stellte er fest. Der Ursachen dafür seien vielfältig: Manchmal wolle man Privat- und Berufsleben strikt voneinander trennen, manchmal seien Neid und Konkurrenzdenken für das allgemeine Schweigen verantwortlich.

Gegen diesen Trend schlug Monsignore Dr. Tolksdorf vor, sich gegenseitig von den eigenen Glaubens- und Berufungsgeschichten zu erzählen. Dabei bezog er sich auf Erzbischof Hans-Josef Becker, der in seiner Rede beim Diözesanen Forum 2009 dazu aufgerufen habe, sich gegenseitig als Mitwirkende Gottes kennen zu lernen. „Die Kirche ist keine Argumentationsgemeinschaft, sondern eine Erzählgemeinschaft“, fuhr er fort. In einer solchen Erzählgemeinschaft könne es den Pastoralteams gelingen, Jesus Christus als den verbindenden Grund über alle Unterschiede hinweg zu erkennen.

Monsignore Dr. Tolksdorf betonte weiter, dass das Erzählen und der Glaube aber letztlich darauf drängten, ins Handeln zu münden. Das Wissen um Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Team, Kontemplation und Aktion müssten zusammenkommen. „Gott braucht Raum, das Andere braucht Toleranz, das Team und die Menschen brauchen eine Kultur der Offenheit und der Aufbruch braucht Methode“, so Monsignore Dr. Tolksdorf.

Julia Fisching-Wirth und Ludger Drebber, Organisatoren der Veranstaltung aus der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat, waren zufrieden mit dem Teamkongress. „Die Gestaltung als geistlicher Tag und Monsignore Dr. Tolksdorf als externer Referent haben dem Tag eine gute Ausrichtung und Intensität gegeben“, so Julia Fisching-Wirth. „Unser Eindruck war, dass alle angeregt und ermutigt den Heimweg angetreten haben.“

Nicht nur für die Teams auf dem Weg in den neuen pastoralen Raum aus dem diesjährigen Durchgang waren die Impulse dieser Fachtagung ein Gewinn. Auch die Teams, die die Gründung des neuen Raumes bereits abgeschlossen haben oder diejenigen, die die Prozesse noch vor sich haben, können für ihre pastorale Situation profitieren.

Die Ermutigung Erzählgemeinschaften zu bilden ist für alle gleichermaßen gemeint. Vertrauen ineinander entwickeln durch Wissen voneinander, Verschiedenheiten von Menschen im Team, in Gremien und Verbänden wahrnehmen und nutzbringend und sinnstiftend einsetzen, sich den Anforderungen der Zeit mutig und entschlossen als Glaubende auf dem Weg stellen – in einem guten – wenn auch nicht immer leichten – Miteinander.

Auf dieser Grundlage, so Tolksdorf, können und müssen Teams auch den Mut haben Entscheidungen zu treffen, allerdings als Entscheidungen auf der Grundlage geistlicher Vergewisserung! Die Scheidung der Geister, eine immerwährende Aufgabe, der wir uns als Kirche auf dem Weg durch die Zeit stellen. Fragen, die uns bei der Fachtagung beschäftigt haben, die sich aber jede(r) pastorale Mitarbeiter/in in jeder Aufgabe ebenfalls stellt:

  • Dient unser Tun und Handeln dem Wohl der Menschen und dem Aufbau der Gemeinde / der Kirche?

  • Woran arbeiten wir und was lassen wir liegen?

  • Welche „Knackpunkte“ sehen wir, denen wir uns stellen wollen und müssen?

Auch wir wollen Sie in Ihrer konkreten Situation ermutigen, sich diesen Fragen immer wieder neu zu stellen. Als Hilfe zum weiteren Nachdenken bieten wir Ihnen hier die beiden Impulsreferate von Monsignore Dr. Tolksdorf hier zum Download an:

Teamkongress 2014-II EB Paderborn Geistlicher Impuls I_web.pdf

Teamkongress 2014-II EB Paderborn Geistlicher Impuls II_web.pdf